White Certificates – mit wehenden Fahnen in Richtung Energieeffizienz

on Apr 24
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GCE Energy Consulting GmbH führt erfolgreiches Breitbandaudit bei der Adamed Firmengruppe in Polen durch.

 

Die Energiewende ist eine großartige Sache – wenn alle mitmachen. Ein globales Phänomen also, das nicht nur westeuropäische Industriestaaten angeht, sondern seine Wellen quer über den Globus schlagen muss, um Veränderungen zu bewirken.

Doch während sich Deutschland Gedanken um Atomausstieg und erneuerbare Energie macht, sehen sich gerade osteuropäische Länder mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Energie ist ein knappes Gut – teuer noch dazu – und sie macht abhängig. Ein hoher Verbrauch ist also denkbar ungünstig für das wirtschaftliche Wachstum und die Unabhängigkeit eines Landes.

Und spätestens hier bildet sich die Schnittmenge zum hochindustrialisierten Westen:
Dass ein effizienter Umgang mit Ressourcen nicht nur einen ökologischen Nutzen, sondern auch eine greifbare wirtschaftliche Komponente hat, wird für Unternehmen vor allem in Hinblick auf staatliche Rahmenbedingungen und finanzielle Fördermöglichkeiten deutlich. Während sich die deutsche Industrie gerne ihr Stück am EEG Umlage-Kuchen sichern würde, lautet das Schlagwort im Europäischen Umland ‚White Certificates‘.

Dahinter verbirgt sich ein umweltpolitisches Instrument, das energieintensiven Unternehmen beim Stromsparen ‚über die Schulter schaut‘. Jedem Zertifikat ist dabei eine konkrete Energie-Einsparmaßnahme zugeordnet. Werden gesetzte Ziele erreicht (d.h.: ein festgeschriebener Prozentsatz des bisherigen Verbrauchs wird eingespart), erhalten die Unternehmen ein Zertifikat. Werden die Ziele verfehlt, drohen empfindliche Sanktionen. Während einige Unternehmen die geforderten Schwellwerte mühelos erreichen, fällt es anderen Betrieben produktionsbedingt oft schwer, den gesteckten Zielen gerecht zu werden. Entsprechend boomt in vielen Ländern (analog zum Handel mit Emissionen) mittlerweile der Handel mit Zertifikaten.

Ob sich der Ansatz auf lange Sicht als umweltpolitisch sinnvoll erweist, bleibt abzuwarten. Für den Moment sind die beteiligten Staaten unter dem Strich jedenfalls zufrieden mit der Gesamtsumme an Energieeinsparungen.

Auch Polen zeigt sich um seine nationale Energiebilanz besorgt: Laut einer offiziellen Direktive sollen der inländische Verbrauch bis 2016 um 9% verringert werden (Vergleichszeitraum 2001-‘05). White Certificates und Finanzierungszuschüsse aus speziellen Fonds spielen dabei eine entscheidende Rolle. Um sich für die staatliche Finanzspritze zu qualifizieren, wird den Unternehmen jedoch ein hohes Maß an Eigeninitiative abverlangt.

Auch die Adamed Gruppe wurde vor Kurzem in diesem Bereich aktiv. Das biotechnologische Pharmazieunternehmen verzeichnet seit Jahren einen signifikanten Exportzuwachs und ist bereits heute nationaler Marktführer im Bereich fortschrittlicher Medikationslösungen. 2012 in der Kategorie ‚Innovation‘ des Polnischen Wirtschaftspreises nominiert, geht der Konzern nun auch in Puncto Energieeffizienz beherzt voran und nimmt die Optimierung seiner Tochter Polfa Pabianice S.A. in Angriff.

Als kompetenten Partner hat sich die Adamed Gruppe dafür die Münchener Energieeffizienz-Profis der GCE Energy Consulting GmbH an Bord geholt. Zusammen mit den Purchasing-Experten der Profitia Management Consultants führten diese eine breitbandige Auditierung der Polfa S.A. durch und konnten – nach einer detaillierten Analyse des Status Quo – mehr als 10 gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz identifizieren. Darunter die Modernisierung des bestehenden Dampfnetzes, die Optimierung des Ab- und Umluftsystems, sowie ein neu erstelltes Konzept zur Wärmeversorgung.

Vor allem im Verwaltungsbereich schlägt ein bewusster Umgang mit Ressourcen zu Buche. Durch gezielte Maßnahmen (z.B. im Bereich Beleuchtung und Büroequipment) kann sich die Polfa S.A. hier über ein Einsparungspotential von rund 30% freuen. Trotz einer extrem kurzen Amortisationszeit (unter 1,4 Jahre), werden sich die Optimierungsvorschläge der deutschen Experten in der Summe in einer effektiven Energieeinsparung von jährlich 7% niederschlagen.

Die Unternehmensleitung der Adamed Gruppe zeigte sich erfreut über die bisher erzielten Resultate, die eine solide Grundlage für die Bewerbung des Unternehmens um ein White Certificate darstellen. Dennoch richtet sich der Blick weiter nach vorn und Adamed plant bereits jetzt weiterführende Schritte in Richtung Energieeffizienz. Im Laufe des Jahres sollen so beispielsweise die Heizkessel der Polfa S.A. optimiert werden.

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